Bauprojekt in Berg steht vor dem Aus

 

Das geplante Bauprojekt "Kita und Seniorenzentrum Berg" zwischen der AWO und der Gemeinde Berg wird nicht umgesetzt.

 

Das hat das Präsidium des AWO Kreisverbands Nürnberger Land e.V. letzte Woche nach eingehender Diskussion einstimming entschieden. Hauptgrund sind die wegen der Corona-Pandemie um 50% massiv gestiegenen Baukosten, deren weitere Erhöhung durch die extreme Situation bei den Energiepreisen wegen der Ukraine-Krise zu erwarten war.

 

In den letzten Monaten hatte sich der AWO Kreisverband intensiv um das Bauprojekt Schwarzachtalcaree gekümmert. Schließlich braucht die Gemeinde Berg dringend neue Kindergartenplätze. Der Spatenstich war im Juli vergangenen Jahres erfolgt; Leider begleiteten weitere Verzögerungen das Projekt. Mitte 2023 sollte das Objekt beziehbar sein, das auch für den AWO Kreisverband ein wichtiger Meilenstein gewesen wäre. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Baukosten massiv gestiegen. So ergab eine erst kürzlich durchgeführte Kostenschätzung des Projektes durch einen externen Fachberater, dass die Kosten von anfangs 11 Millionen derzeit realistisch bei 17,6 Millionen lägen. Außerdem besteht die Gefahr, dass pandemiebedingt Handwerker und Bauunternehmen fehlen mit der Gefahr für die zugesagten Förderungen. Daher hat sich das AWO-Präsidium unter Vorsitz von Herrn Manfred Neugebauer nach Abwägung aller Argumente einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt nicht umzusetzen. ,,Mir blutet das Herz", sagt AWO-Vorstand Markus Friedl, ,,unter den derzeitigen Umständen ist es uns aber nicht möglich das Projekt zu realisieren."

 

2020 hatte die Gemeinde Berg ihre Fördergelder auf die AWO übertragen und vereinbart, dass der Kreisverband dafür eine Kindertagesstätte errichtet. Durch das Projekt "Kita und Seniorenzentrum Berg" sollte ein Neubau entstehen, in dem unter anderem ein Altenpflegeheim mit 79 Plätzen sowie eine Kindertagesstätte mit 74 Plätzen untergebracht gewesen wären.Die innovative Idee hatte in der Berger Bevölkerung viel Zustimmung gefunden. "Großeltern hätten ihren Enkeln beim Spielen zusehen können, die Kleinen hätten von den Großen viel gelernt." Daraus wird jetzt leider nichts. Trotzdem möchte die AWO auch weiterhin als Partner der Gemeinde präsent sein. Sie betreibt bereits einen Kindergarten in Berg und hat im Januar 2022 eine Kinderkrippe übernommen.

 

Der AWO Kreisverband bedauert diese Entscheidung treffen zu müssen. Sie war leider in Anbetracht der nicht abschätzbaren zukünftigen Risiken unumgänglich. Die AWO wird - wenn gewünscht - die Gemeinde bei der großen Herausforderung, kurzfristig dem steigenden Bedarf an Kindergartenplätzen gerecht zu werden, unterstützen. Bürgermeister Peter Bergler und der Gemeinderat wurden bereits von der Entscheidung informiert.